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Essigfliegen (Obstfliegen, Fruchtfliegen) - Die Herbstplage in Küche und Wohnung



Der Apfel strahlt mich an. Verlockend glänzt seine rötlich goldene Schale, prall und glatt, als wolle er sagen, Iß mich!

"Ich will auch Apfel", höre ich meinen Sohn sagen.

Ich weiß, er mag den Apfel gerne mundgerecht, also schneide ich ihn auf. So haben wir beide etwas von dem leckerem Obst.

Plötzlich sind sie da. Invasionsartig. Massenhaft werde ich von kleinen fliegenden Punkten umschwirrt. Kaum zu sehen, geschweige denn zu fassen. Essigfliegen! Sie stürzen sich auf die Apfelstückchen und Apfelrester, sobald sie auf dem Teller liegen.

Mein Appetit ist dahin. Sohnemann macht sich zum Glück nichts aus den Fliegen, bemerkt sie kaum, und mampft zufrieden seinen Apfel. Aber ich mag nicht mehr.

So geht es nun schon seit Tagen. Immer wenn wir etwas Fruchtiges oder Säuerliches essen oder trinken, sind die Fiecher da. Apfelsaft, Bier, Obst, Gemüse, all dies scheint die Fliegen so anzutörnen, daß sie einem sogar in den Mund fliegen wollen. Der gemütliche Abend bei Wein und Kerzenschein, wird zur genervten Fuchtelorgie. Die Biester sind unermüdlich, die Nähe des leckeren Naß anzustreben.

Jetzt reicht es!

Grund genug, dem Spuk mal gründlich nachzugehen und eine wirksame Abwehrmethode zu finden. Glücklicherweise bietet das Internet genügend Recherchemöglichkeiten. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:
 
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Die "Kleine Essigfliege" (Drosophila melanogaster)
Woher kommen die Essigfliegen?
Entwicklung und Fortpflanzung
Tipps zur Bekämpfung
Vorbeugung
Quellen

Übrigens, die Abwehrmaßnahmen haben gewirkt. Ich verwendete Balsamico mit etwas Zucker, Spüli und Wasser in einem kleinen, breiten Gläschen. Jetzt ist Ruhe.


 
 

Die "Kleine Essigfliege" (Drosophila melanogaster)

In Mitteleuropa gibt es sieben Essigfliegenarten. Die bei uns bekannteste ist die "Kleine Essigfliege" (Drosophila melanogaster). Die meisten nennen sie Essigfliege oder Obstfliege, aber auch die Bezeichnungen Fruchtfliege oder Taufliege sind nicht unüblich.

Die Essigfliegen haben einen schwebenden Flug, aus dem sie sich plötzlich und unvermittelt auf einen Gegenstand fallen lassen können.

Insbesondere bei massenhaftem Auftreten sind sie sehr lästig, richten aber keine nennenswerten Schäden an, wenn man vom beschleunigtem Verderben von Lebensmitteln durch Keimverschleppung einmal absieht.

Essigfliegen sind kleine, 2 bis 4mm lange Fliegen mit gelbbrauner Färbung. Einige Arten haben roten Augen und/oder schwarze Hinterleibsringe. Die Maden sind weißlich, von gedrungener Gestalt und bis zu 6mm groß und die dunkelbraun gefärbte Tönnchenpuppe kann eine Länge von 4mm erreichen.

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Woher kommen die Essigfliegen?

Vor allem im Spätsommer und Herbst kommen sie regelmäßig in und an Häusern vor. Man trifft sie in Wohnräumen, Küchen, im Keller, in Viehställen und auf Toiletten. Besonders anfällig für den Obstfliegen-Befall sind obstverarbeitende Betriebe.

In Wohnungen liegt die Ursache meist an offen stehendem, reifen Obst oder an Gießwasser in Blumenuntersetzern. Oft werden die Essigfliegen schon mit reifen Früchten vom Einkauf mit nach Hause gebracht. Aber auch Regenrinnen, die mit Laub verstopft sind, verunreinigte Gullies oder flache bzw. verstopfte Rohre, in denen Wasser stehen bleibt, sind ideale Brutstätten. Generell kann man sagen, daß sich die Fliegen überall dort wohlfühlen, wo feuchte pflanzliche Stoffe verfaulen oder gären.

Durch den Geruch der faulenden und gärenden Pflanzenstoffe, sowie von Essig- und Milchsäuren werden sie angelockt. Sie fliegen weite Strecken, auch gegen den Wind.

Die Haut von Früchte vermag die Essigfliege nicht zu durchdrungen, deshalb sucht sie Risse oder Einstichstellen anderer Insekten. Essigfliegen ernähren sich nur von feuchten Nahrungsmitteln, wie frisches oder eingemachtes Obst, Gemüse, vergärenden Säften, wie Wein, Essig, Bier, Obstsaft bzw. Fruchtsäfte, Molkereiprodukten und faulendem Pflanzenmaterial, wie es z.B. auf Komposthaufen vorkommt. Sie ernähren sich insbesondere von den sich dabei entwickelnden Hefen. Trockenobst wird von den Tieren normalerweise nicht angefallen, es sei denn es wird angefeuchtet.

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Entwicklung und Fortpflanzung

Dort, wo die Essigfliegen Nahrung finden, legen sie auch ihre Eier ab. Mit der Eiablage werden dann auch Bakterien, Hefepilze, Schimmelsporen oder Essigälchen verschleppt, so daß befallene Nahrungsmittel schneller als gewöhnlich verderben.

Die Entwicklung der Essigfliege erfolgt sehr schnell. Unter günstigen Umständen dauert sie nur 14 Tage. Eine Essigfliege lebt ca. 3 bis 4 Wochen und legt in dieser Zeit bis zu 350 Eier ab. Bereits nach einem Tag schlüpfen die Larven. Nach 4 bis 5 Tagen sind sie erwachsen und verpuppen sich. Nach einer Woche können die Essigfliegen im günstigen Fall schon vollständig ausgebildet sein. Einen Tag später beginnen sie mit der Eiablage. Bei 20 °C beträgt das Generationsintervall etwa 30 Tage, bei 25 °C halbiert sich diese Tageszahl bereits. Bei sehr hohen Temperaturen, wie sie oft im Sommer herrschen, kann dies u.U. noch schneller gehen.

Erwachsene Fliegen haben im Sommer eine Lebensdauer von etwa 45 Tagen. Die letzte Generation überwintert an frostfreien Plätzen, wie z.B. in Kellern, auf Müllhalden, in Tresterhaufen oder unter faulen Früchten bei Obst- oder Weinbaubetrieben oder in Komposthaufen.

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Tipps zur Bekämpfung

Am Markt werden verschiedene Präparate, Sprays oder Fallen angeboten, die aber alle mehr oder weniger kosten und auch nicht immer nachhaltig wirken.

Insektenspray wirkt schnell, aber nur kurzzeitig und ist in der Küche und in Nähe von Lebensmitteln nicht sinnvoll. Und Leimstreifen, an denen die Fliegen kleben bleiben, sind für den Hausgebrauch eher unpraktisch.

Schließlich werden diverse Fallen angeboten, die aus einem geschlossenen Behälter bestehen, die mit einem für Essigfliegen attraktiven Lockstoff befüllt sind. Durch eine kleine Öffnung finden die Fliegen hinein, aber nicht mehr heraus. Tests und Erfahrungsberichte mit den käuflich erworbenen Fallen besagen aber, daß diese nicht immer effektiv funktionieren.

Es geht aber auch mit einfachen Hausmitteln. Und das meist noch besser, als mit käuflich erworbenen Mitteln.

Verschiedene Erfahrungsberichte besagen, wie Essigfliegen erfolgreich gefangen und damit nachhaltig beseitigt werden können. Die Grundprinzipien sind immer ähnlich, nur werden leicht unterschiedliche Rezepturen und Gerätschaften verwendet. Prinzipiell werden zwei Grundmethoden verwendet, die beide auf Anlockung beruhen und auch duchaus kombiniert angewendet werden können.

A.) Ertränken:

Am einfachsten funktioniert die Ertränk-Methode. Es wird eine Lockflüssigkeit in ein Schälchen oder ein (kleines) Glas gegeben und mit einem Spritzer Geschirrspülmittel versehen. Durch das Spülmittel wird die Oberflächenspannung der Flüssigkeit aufgehoben und die Essigfliege sinkt schon bei der leichtesten Berührung mit der Flüssigkeit ein und ertrinkt. Kein Entkommen.

Für das Lockmittel gibt es verschiedene Rezepturen, aber ausnahmslos werden sie mit Geschirrspülmittel versehen. Hier eine Auswahl

1.) mit Balsamico und Zucker
Ein Schuß Basalmico-Essig (Menge kommt auf die Größe des Gefäßes an), 3 EL Kristallzucker, 1 Tropfen Spülmittel, mit Wasser auffüllen.

2.) mit Apfelsaft, Wein oder Essig, Wasser und ein Spritzer Spülmittel

3.) ein Schälchen oder Schüsselchen aufstellen, etwas Kombuchagetränk und einen Spritzer Geschirrspülmittel dazugeben

4.) ein Glas mit 3 EL Essig, Spüli, ein bisschen Wasser

5.) Schnapsglas mit Weiswein, ein paar Tröpfchen Essig und paar Tropfen Spüli

6.) etwas Apfelessig, 1 Tl. Zucker, Wasser sowie einen Spritzer Spülmittel

Offensichtlich scheint es Unterschiede in der Effektivität zu geben. Nicht jedes Substrat ist gleichermaßen wirkungsvoll. Mit Balsamico oder Apfelessig sind wahrscheinlich die besten Ergebnisse zu erwarten. Letztendlich muß man probieren, mit welcher Zusammensetzung und Konzentration die beste Wirkung erzielt wird.

B.) Fangen:

Die Essigfliegen werden mit einem Lockmittel angelockt und in einer Falle gefangen, aus der sie nicht mehr entfliehen können. Meist ist die Falle so ausgebildet, dass die Fliegen hinein, aber nicht wieder hinaus können.

1.) mit enghalsiger Flasche:
Einen Zentimeter Wein, Bier, Most oder Essig, am besten mit einemTropfen Geschirrspülmittel, in der Flasche stehen lassen. Die Essigfliegen werden angelockt, finden durch den Flaschenhals hinein, aber nicht wieder heraus. Letztendlich ertrinken sie in der Flüssigkeit.

2.) mit Früchten und Folie:
Weintrauben in eine Plastikschüssel legen, Klarsichtfolie drüber spannen und vorsichtig Löcher hineinstechen. Die Fliegen finden zwar in den Behälter hinein, aber nicht wieder hinaus. Wenn sie am Rand unter der Folie sitzen, kann man sie einfach zerdrücken. Zur effektiveren Anlockung kann man etwas Essig hinzugeben.

3.) mit Lochdeckel:
Man nimmt ein kleines Gefäß und gibt Apfelessig (es funktioniert nur mit Apfelessig!!!) hinein, bis es circa 2/3 voll ist. Danach gibt man einen Schuss Spülmittel in den Essig und verrührt das Ganze. Am Ende nimmt man einen Pappdeckel, in den man ein Loch von ca. 4cm schneidet und legt ihn auf das Gefäß. Die Fliegen fliegen hinein, kommen nicht mehr hinaus und ertrinken.

4.) die Schaumfalle:
Obstessig, Wasser und Spüli in ein Marmeladenglas geben, Deckel drauf, verschließen, schütteln, bis sich Schaum bildet, Deckel auf, und aufstellen. Die Essigfliegen verfangen sich im Schaum und ertrinken.

5.) mit käuflich erworbenen Fallen:
Einige kommerzielle Produkte beruhen auf dem gleichen Prinzip - kleiner Eingang - die Essigfliege wird angelockt, findet hinein, aber nicht wieder heraus. Oft sind aber die Lockmittel der käuflich erworbenen Fallen nicht so effektiv, wie die selbst hergestellten.

Auch hier hängt offensichtlich viel vom Lockstoff ab, ob die Falle wirkungsvoll arbeitet. Wie beim Grundprinzip A ist es auch hier sinnvoll auszubrobieren, welche Kombination am besten wirkt.

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Vorbeugung

Bei kalten Temperaturen, also unterhalb von 10° C findet keine Entwicklung der Fliegen statt. Aus diesem Grund ist es angebracht, alles Obst, das dieseTemperaturen verträgt, im Kühlschrank zu lagern.

Um zu vermeiden, daß der Abfallbehälter zur Brutstätte wird, sollte man die "Grünabfälle" getrennt sammeln und bis zum Hinausbringen in einem geschlossenen Behälter aufbewahren. Leere Wein-, Bier- und Saftflaschen, gut ausspülen, damit sich in den Getränkeresten keine Larven entwickeln können. Dasselbe gilt für leere Fruchtsaft- und Milch-Tetrapacks.

Teilweise wird empfohlen, alles Obst heiß abzuwaschen, bevor man es in eine Obstschüssel legt. Damit würde man eingeschleppte Fliegeneier/-larven entfernen. Inwieweit dies aber dem jeweiligen Obst zuträglich ist und dessen Haltbarkeit beeinflußt, hängt sicherlich vom Einzelfall ab.

Um zu verhindern, daß beim Lüften Essigfliegen von draußen hereinkommen, kann Insektengitter mit einer Maschenweite von 0.6 x 0.6 mm an den entsprechenden Fenstern verwendet werden.

Um auch im Außenbereich die unkontrollierte Vermehrung der Obstfliegen einzudämmen, hilft es, Mülltonnen regelmäßig zu reinigen, den Bioabfall kühl zu lagern und mit geeigneten Einstreulagen zu versehen. Ebenso sollte man darauf achten, daß die Abflußrohre und Gullies nicht verstopft und Laubfrei sind und Wasser überall ungehindert abfließen kann.

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Quellen

www.kombu.de/fliegen.htm
www.esol.at/Schadlinge
www.essig.at - Die Bekämpfung der Essigfliege
www3.stzh.ch - merkblaetter/schaedlingsbekaempfung
www.chefkoch.de - Forum
forum.gofeminin.de

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Essigfliegen

Ich weiss nicht, irgendwie kommt es mir so vor, als ob es immer mehr werden.

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